Datenjournalismus – eine erste Einschätzung

Heilbronner Stimme, Foto: Hst-Archiv

Zum Abschluss meines Volontariats bei der Heilbronner Stimme möchte ich meine bisherigen Eindrücke zu #ddj (data driven journalism oder Datenjournalismus) und Scrollytelling zusammenfassen. Umgesetzt wurden die Projekte in erster Linie vom Digital-Camp, aber auch die Reporter und der Volontärsjahrgang 2013 haben daran mitgewirkt.

Über das WhatsApp- und Talkie-Projekt zur Bombardierung Heilbronns am 4. Dezember 1944 wurde bereits ausgiebig berichtet. Wer wissen möchte, wie die Kollegen dabei vorgegangen sind, dem sei dieser Artikel von hashtagdigilab empfohlen, in dem Vanessa Wormer und Daniel Stahl Bilanz ziehen.

Es dürfte nur wenige Stimme-Projekte gegeben haben, die so viel positives Feedback von den Lesern und so viel Resonanz in der Branche gefunden haben. Für regionale Medienunternehmen geht es aber nicht nur um datenjournalistische Leuchtturmprojekte, sondern auch um die Integration von ddj in die redaktionellen Abläufe.

Branche entdeckt #ddj

Da mittlerweile auch überregionale Medien wie die Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit auf den Geschmack von ddj gekommen und entsprechende Redaktionen aufgebaut haben, wird es für regionale Verlage künftig immer schwieriger, Aufmerksamkeit über das eigene Verbreitungsgebiet hinaus zu bekommen.

Daher liegt ddj-Zukunft für Lokalmedien weniger in der Eventisierung einzelner Projekte, sondern im selbstverständlichen Umgang mit Daten im Alltag. Dazu ist es notwendig, dass mehr Kollegen die Gewinnung (Scraping), Auswertung und Visualisierung von Datensätzen beherrschen. Einerseits sind ddj-Spezialisten gefragt, andererseits eine breite Basis an Redakteuren mit datenjournalistischen Grundkenntnissen.

Bei aufwendigeren Projekten braucht man zudem Layouter und (externe) Entwickler. Unterstützt werden kann der Einzug der Daten in die Redaktion durch stetige Weiterbildung der Redakteure. Künftig sollten zumindest die meisten Onliner rudimentär damit umgehen können.

Zuerst möchte ich sechs Tools mit HST-Beispielen vorstellen. Im Anschluss folgt eine Auflistung der ddj-Projekte, die mit einem Entwickler realisiert wurden. Wer sich für interaktive Karten interessiert, dem kann ich Konrad Lischkas Blog nur empfehlen. Wer weitere ddj-Projekte sucht, dem empfehle ich: Storytelling-Südwestpresse und den Katalog Datenjournalismus.

 

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